Ich werde diesen Moment nie vergessen.

Ein Mann steht in seinem Zimmer.
Es ist still – zumindest von außen.

Aber in seinem Kopf?

Ein permanentes Pfeifen. Ein Dröhnen. Ein Geräusch, das einfach nicht aufhört.

Dazu kommt Schwindel.
Alles dreht sich. Der Boden fühlt sich unsicher an. Orientierung? Kaum möglich.

Und dann diese Angst:
Was stimmt nicht mit mir?

Dieser Mann war Vincent van Gogh.

Seine Verzweiflung wurde irgendwann so groß, dass er sich ein Ohr abschnitt.
Eine Geschichte, die viele kennen – aber nur wenige wirklich verstehen.


Morbus Menière: Eine unsichtbar chronische Erkrankung

Lange Zeit wurde angenommen, dass hinter seinem Verhalten vor allem eine psychische Erkrankung steckte.

Heute geht man davon aus, dass Vincent van Gogh möglicherweise an Morbus Menière litt.

Diese Erkrankung gehört zu den klassischen Beispielen für unsichtbar chronisch.

Denn:
Zwischen den Attacken wirken Betroffene oft völlig gesund.

Typisch für Morbus Menière ist die sogenannte Menière-Trias:

  • Tinnitus (dauerhaftes Ohrgeräusch)
  • Drehschwindelattacken (plötzlich und heftig)
  • Hörverlust (oft schleichend)

Während einer Attacke kann zusätzlich ein Nystagmus (Augenflackern) auftreten – sichtbar aber nur für geschulte Fachpersonen.


Unsichtbar chronisch: Warum Betroffene oft nicht ernst genommen werden

Das Problem ist nicht neu.

Früher konnte man das Innenohr schlicht nicht ausreichend untersuchen.
Es ist winzig klein – kaum größer als ein Fingernagel.

Was man nicht erklären konnte, wurde schnell als „psychisch“ eingeordnet.

Und heute?

Die Medizin ist weiter. Die Diagnostik besser.
Aber das Muster ist oft noch dasselbe.

In meiner Praxis und in Selbsthilfegruppen höre ich immer wieder:

„Der Arzt meinte, das ist psychisch.“

Erst kürzlich saß eine junge Frau vor mir.
Zum ersten Mal in der Gruppe. Verunsichert. Suchend.

Mit genau diesem Satz im Gepäck.

Nur weil ihre Erkrankung selten ist.
Nur weil man sie nicht sehen kann.


Die Realität hinter „unsichtbar chronisch“

Menschen mit Morbus Menière tragen eine enorme Belastung:

  • Dauerhafter Tinnitus, der mental extrem fordernd ist
  • Unvorhersehbare Schwindelattacken, die dich komplett aus dem Alltag reißen
  • Ständige Unsicherheit: Wann kommt die nächste Attacke?
  • Fortschreitender Hörverlust

Und zusätzlich hören viele:

„Das ist psychisch.“

Ja – natürlich kann eine chronische Erkrankung psychisch belasten.

Aber entscheidend ist:
➡️ Die körperliche Erkrankung kommt zuerst
➡️ Die psychische Belastung entsteht daraus

Nicht umgekehrt.


Was du tun kannst, wenn du betroffen bist

Wenn du dich hier wiedererkennst, dann sind diese Schritte wichtig:

  • Nimm deine Symptome ernst – auch wenn sie niemand sieht
  • Lass dich nicht vorschnell in eine psychische Schublade stecken
  • Hol dir eine zweite oder dritte ärztliche Meinung
  • Informiere dich aktiv über deine Symptome und Zusammenhänge

Denn Wissen bedeutet:
Du gewinnst Orientierung in einer Situation, die sich oft wie Nebel anfühlt.


Schwindel verstehen: Raus aus der Unsicherheit

Auf meiner Plattform unsichtbar chronisch habe ich dazu einen Podcast aufgenommen.

Darin erfährst du:

  • welche Schwindelformen es gibt
  • was mögliche Ursachen sind
  • wann du genauer hinssehen solltest

👉 Hier kannst du reinhören:
https://unsichtbarchronisch.de


Unterstützung bei unsichtbar chronischen Erkrankungen

Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus der Arbeit mit Betroffenen:

Unsichtbar chronisch zu leben bedeutet oft auch:

  • nicht gesehen werden
  • nicht ernst genommen werden
  • sich immer wieder erklären zu müssen

Deshalb biete ich eine gezielte Begleitung für Frauen mit unsichtbaren, chronischen Erkrankungen an.

Nicht, weil „alles psychisch“ ist.
Sondern weil du lernen darfst, stabil und selbstbewusst damit umzugehen.

👉 Vereinbare hier dein kostenloses Erstgespräch:
https://app.cituro.com/booking/2313859?presetService=11f106862387c2eda4c6256f5002e62a


Fazit: Unsichtbar chronisch braucht mehr Sichtbarkeit

Das Problem betrifft nicht nur Morbus Menière.

Viele unsichtbare, chronische Erkrankungen werden vorschnell psychologisiert.

Warum?

Weil in der Medizin oft nur das zählt, was messbar ist.
Aber nicht alles, was real ist, ist sofort messbar.

Und genau deshalb braucht es mehr Aufklärung.
Mehr Verständnis.
Und mehr Menschen, die für sich selbst einstehen.


Viele Grüße
Andrea

Du bist nicht allein. Und deine Symptome sind real.

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