Warum dein Nervensystem im Dauerstress bleibt – und was du jetzt tun kannst.
Neulich stand eine Patientin bei mir an der Theke in der Praxis.
Wir waren uns direkt gegenüber – und noch bevor sie ein Wort gesagt hatte, war mir klar: Es geht ihr gerade wirklich schlecht. Blass im Gesicht. Angespannt. Irgendwie traurig. Und gleichzeitig diese unterschwellige Angst, die man förmlich spüren konnte.
Als ich sie fragte, wie es ihr geht, fiel dieser eine Satz:
„Ich habe Angst, dass das nie aufhört.“
Sie erzählte von ihren chronischen Beschwerden. Davon, dass immer wieder Neues dazukommt. Dass sie nachts aufwacht – mit Herzrasen, voller Angst. Und dass sie ständig damit rechnet, dass die andere Seite bald auch anfängt.
Und während sie erzählte, konnte ich es direkt beobachten: Je tiefer sie in diese Gedanken hineinging, desto angespannter wurde ihr Körper. Und mit der Anspannung wurden auch die Schmerzen stärker.
Ein Kreislauf, der sich selbst nährt.
Fokus auf Schmerz & Angst
↓
Körper geht in Alarmzustand
↓
Mehr Anspannung · mehr Schmerz
↓
Noch mehr Fokus auf den Schmerz
Vielleicht kennst du das von dir selbst: Wenn wir nur noch auf unsere Probleme schauen, werden sie größer.
Warum dein Nervensystem im Alarmzustand bleibt
Wenn du dich ständig auf Schmerz, Angst und „Was wäre, wenn …?“ fokussierst, registriert dein Körper das als Gefahr – auch wenn die Bedrohung nur in deinen Gedanken existiert.
Dein Gehirn unterscheidet nämlich nicht zwischen real und gedacht. Ein Symptom taucht auf – und der Kopf springt sofort zu: Was, wenn das was Schlimmes ist? Was, wenn es nie wieder weggeht? Was, wenn es schlimmer wird?
Dein Körper reagiert auf genau diese Gedanken, als wäre die Gefahr real. Die Anspannung steigt. Die Schmerzen werden lauter.
Und dann gibt es noch etwas Drittes, das ich offen ansprechen möchte: Sich im eigenen Leid zu verlieren. Deine Beschwerden sind real. Deine Gefühle sind berechtigt. Aber wenn sich dein ganzer Alltag nur noch um das Problem dreht – ohne dass du aktiv etwas veränderst – bleibt dein Nervensystem genau in diesem Alarmzustand hängen.
Was du stattdessen tun kannst
1. Wahrnehmen, was gerade da ist
Frag dich: „Was denke ich gerade – und was fühle ich dadurch?“
2. Gefühle nicht wegdrücken
Angst, Wut, Frust – sie gehören dazu. Unterdrückst du sie, werden sie stärker.
3. Fokus bewusst zurückholen
Statt nur auf den Schmerz zu starren: Lenk deine Aufmerksamkeit – zum Beispiel auf deine Atmung.
4. Frag dich: Was würde ich meiner besten Freundin raten?
Und dann – ganz ehrlich – mach genau das auch für dich.
5. Wieder aktiv werden
Auch kleine Schritte zählen. Dein Nervensystem liebt es, wenn du ins Tun kommst und selbstwirksam wirst.
Bei der Patientin habe ich genau das getan: Ich habe ihr eine einfache Atemtechnik gezeigt. Nichts Kompliziertes. Aber etwas, das ihr sofort das Gefühl gegeben hat: Ich kann selbst etwas tun.
Raus aus der Hilflosigkeit – rein in die Selbstwirksamkeit.
Und genau das ist der entscheidende Punkt.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, helfe ich dir gern.
In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam:
- Wo du gerade stehst
- Was dich aktuell blockiert
- Wie ich dir helfen kann
Jetzt kostenloses Erstgespräch buchen:
https://app.cituro.com/booking/2313859?presetService=11f106862387c2eda4c6256f5002e62a
Andrea
Physiotherapeutin · Yogalehrerin · Begleiterin für Frauen mit unsichtbar chronischen Erkrankungen

0 comments